Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?
Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?
Als eine fremde Frau auf Jarnos abgelegenem Grundstück erscheint, behauptet sie, ihm genau das zu bieten: die Erfüllung eines Wunsches. Es ist kein Trick, und kein Vertrag und erfordert keine Gegenleistung. Nur diese eine Entscheidung.
Was folgt, ist kein Zauber, sondern ein intensives Gespräch über Geld, Macht, Liebe und die Zeit. Und über das, was möglich erscheint und über möglichen Folgen eines jeden Wunsches.
Mit jeder Antwort verschieben sich die Grenzen zwischen der Vernunft und dem Verlangen, der Zweifel und der Hoffnung. Und während Jarno versucht herauszufinden, ob die Fremde wirklich eine Fee ist, stellt sich die drängende Frage, welcher Wunsch wirklich tief in seinem Herzen verborgen ist.
Der Roman ist eine stille eindringliche Geschichte über Entscheidungen, deren Tragweite weit über den Moment hinausgeht. Und über den einen Wunsch, der alles verändern könnte.
In Vorbereitung.
Taschenbuch
eBook
D
210 Seiten / Maße und Beschnitt: 12 x 19 cm / Gewicht: ... g
Softcover ISBN 978-3- EUR
E-Book ISBN 978-3- EUR
Erhältlich: In allen namhaften Onlineshops und im regionalen Buchhandel, ganz in deiner Nähe (auf Bestellung - Lieferzeit ca. 3 Werktage)
Rezension
Darf ich vorstellen? Perry Payne: JENSEITS ALLER WÜNSCHE (Tredition, 2025)
FRAGE: Habe ich ein so spezielles Buch schon je gelesen?
ANTWORT: NEIN! Ein solches Buch habe ich wahrhaftig noch nie gelesen – aber ich hätte es mir schon früher gewünscht…
Eine kunstvolle Verwebung im wahrsten Sinne von „texere“ ist es, eine intelligent aber auch leichtfüssig erzählte Novelle, doppelbödig voll Ernst und Ironie. Man hat das Gefühl, dass jede Zeile irisiert zwischen Logik und Fantastik, zwischen Dialog und zarter Annäherung der Protagonisten.
Perry Payne hat wieder mal gezaubert und es ist offensichtlich, dass er nicht nur im Backen begabt ist. (Sein Alter Ego im Buch ist ebenfalls ein ausgezeichneter Gastgeber, dass einem nebenbei beim Lesen das Wasser im Mund zusammenläuft.)
FRAGE: Handelt es sich um ein Meisterwerk?
ANTWORT: Definitiv ja. Es scheint mir die Essenz eines Autors, der den Spagat zwischen Fachliteratur und Fantasy beherrscht und wenn es nicht so frisch daherkäme, würde ich es „Alterswerk“ bezeichnen. Diese Novelle ist eine theatralische Neuauflage der langen Dialogtradition, die bis zur Antike zurückgeht. Perry Payne beherrscht eben alle Register des Schreibens…
FRAGE: Ist die Ambiance der Story trivial?
ANTWORT: Absolut nicht – der Feenbesuch, der bis zum Abend dauert lässt immer wieder Stimmungen aufblitzen, die den packenden Dialog sinnlich inszenieren: wir riechen die Blumen, den Kuchen, hören wie ein Gewitter naht und wir erleben, wie die Fee ein wenig zaubert. Im Hui geht der Tag vorbei, den Fee und Mensch zusammen verbringen.
FRAGE: Befinden wir uns hier in einer Lovestory?
ANTWORT: Ich denke ja – wunderbar fein und in knisternden Dialogen werden die Fäden der Energie und der Verbindung zwischen Jarnos und Liora aufgezeigt. Was zuerst als einseitige Belehrung erscheint, wird immer mehr zum angeregten Austausch, zum Flirt, zum Aufdecken verborgener Seelenwahrheiten.
Schnipsel:
„Moment mal. Hast du einen Menschen geliebt? Liora schloss die Augen, als wolle sie die Frage abwehren. …“Sein Name“, begann sie zögerlich und schüttelte den Kopf, „ist für dich bedeutungslos, Jarno. Wenn ich ihn ausspreche, dann weht er wie Staub im Wind davon, denn er gehört zu einer andern Zeit.“
Das Brisante an dieser möglichen Lovestory: Feen und Menschen sind verbandelt aber nicht richtig kompatibel. Liora selbst drückt es so aus: „Wer meine Welt verstehen will, gerät selbst in Gefahr, weil er die Grenze zwischen Mensch und uns überschreitet. …Du müsstest lernen deine Sinne zu weiten und deine Träume zu dehnen…
Umgekehrt ist das Wunscherfüllen auch für Feen nicht risikolos: „ Es ist ein Fluch, jeder Wunsch, den wir erfüllen, nimmt uns selbst ein Stück aus der Welt.“
FRAGE: Hat das Buch ein offenes Ende und sind wir nach der Lektüre klüger?
ANTWORT: Wir sind definitiv angeregt, über das Thema WUNSCH nachzudenken, was ja die Absicht des Autors ist. Das Ende ist offen, so viel sei gesagt, aber ich möchte behaupten, dass jeder Leser weiterdichtet – was seine Wünsche oder eine mögliche Buchfortsetzung betrifft.
FRAGE: Ist das Thema WUNSCH aktuell?
ANTWORT: Es ist aktueller denn je. Einerseits ist es ein urmenschliches Bedürfnis zu wünschen – das zeigen Märchen, Sagen und die ganze Literatur- ja Kulturgeschichte. Wünsche sind urmenschliche Antriebskräfte.
Es gibt noch einen zweiten Grund, weshalb ich diese Reflexionen hochaktuell finde. Wir leben in einer Zeit, in welcher weltweit die Macht des Stärkeren Recht und friedliche Koexistenz ersetzen. Ein Wunsch ist kein Kauf, keine Drohung oder Erpressung, kein Zerren um mehr Vorteile – es ist eine Chance, die die Fee – eine engelhafte Repräsentation der göttlichen Quelle – uns hier wieder nahebringen will. Ein Wunsch ist nicht Gier, aber er muss genau durchdacht sein, denn er ist stets ein Spiegel unserer selbst und kann auch Gefahren beinhalten.
Mit Lioras Worten: „ Ein Wunsch zeigt dir nur, was du wirklich willst, und ob du bereit bist, den Preis dafür zu bezahlen.“ Oder an anderer Stelle bemerkt sie mit Feenweisheit: „Es könnte dein Inneres Gebet das, das nicht an eine Macht gerichtet ist, sondern an eine Möglichkeit.“
Jedenfalls arbeitet diese Wunschnovelle mit dem Suspense der philosophischen Reflexion – etwas was Politik und Wirtschaft gut täte…So würde ich als Fazit behaupten; dass wenn eine Fee mit einer Wunschoption an die Türe klopft, es ein Zeichen unserer urmenschlichen Entwicklungskraft ist, die sich hier bemerkbar macht.
FRAGE: Ist es klar, was sich Jarno am Schluss wünscht?
ANTWORT: Durch das Gespräch hat sich Jarno absolut verändert – und sein Wunschdenken damit. Ich bin der Überzeugung, dass sein Wunsch ein sehr realistischer, intimer und glückbringender sein wird…
FRAGE: Welches sind meine Lieblingsstellen im Buch?
ANTWORT: Eigentlich ist das ganze Buch meine Lieblingsstelle – es ist sehr kompakt und hat diesen drängenden Unterton wie der Bolero von Ravel. Ein philosophischer Pageturner, der vom Suspense hin zum Ende des Tages und des Feenbesuches lebt.
Da ich selbst Lyrik und Fantasy schreibe, gefallen mir die poetischen Stellen, die das Feenreich näher bringen am allerbesten.
1. Liora: „meine ersten Erinnerungen sind nicht von einer Wiege, sondern von einer Melodie, die im Nebel entstand….meine Welt liegt nicht hinter dem Horizont, sondern zwischen euren Augenblicken.“
2. Ihre Augen wirkten wie ein tiefer Brunnen, an dessen Ende sich ein Spiegel befand.
3. Sie lehnte sich leicht vor und Jarno hatte den Eindruck, grosse Flügel auf ihrem Rücken schimmern zu sehen, als wäre sie eine Libelle.
4. „Meine Welt liegt nicht hinter dem Horizont, sondern direkt zwischen euren Augenblicken. Sie existiert in der Zeit zwischen deinen Atemzügen und im Raum zwischen deinem Herzschlag. Dort wandeln Wesen wie ich.“
5. Sein Geständnis hing zwischen ihnen wie ein Faden, der in der Sonne schimmerte.
6. Sie schloss die Augen, als wollte sie den Geruch von gebackenem Teig mit der feuchten Schwere der nahenden Regennacht verweben. Ein leises, wissendes Lächeln schwebte um ihre Lippen. Manche Dinge musste man nicht wünschen. Sie kamen von selbst, so schlicht und doch so bedeutsam wie ein Stück Kuchen an einem einst sonnigen Tag.
Für dieses literarische Gesamtkunstwerk vergebe ich 5 philosophisch-poetische Wunschkuchensterne – möge Perry Payne weiterhin so fantastisch und gekonnt fabulieren und inspirieren!
(Christine Keller - Leserin und selbst Autorin)
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