Was würdest du dir wünschen, wenn du einen Wunsch frei hättest?
Das Manuskript ist fertig – und jetzt?
Dieses Praxisbuch führt Sie Schritt für Schritt durch die entscheidende Phase zwischen Text und Veröffentlichung. Sie lernen, wie ein überzeugendes Cover entsteht, wie Titelei und Buchsatz korrekt aufgebaut sind und worauf es bei der technischen Umsetzung wirklich ankommt.
Kompakt, verständlich und direkt anwendbar erhalten Sie das nötige Know-how zur Gestaltung, dem Aufbau und der Produktion Ihres Buches. Mit praxisorientierten Beispielen, klaren Empfehlungen und den wichtigsten Marketingmöglichkeiten für eine erfolgreiche Veröffentlichung.
- Lektorat, Korrektorat, Testleser
- Buchtitel entwerfen
- Titelei, Buchgestaltung, Buchsatz, Layout, Fonts
- Abstände, Ränder, Satzzeichen, Tools, Seitenzahlen und Bilder
- Leerseiten, Initialen, Ornamente
- Impressum, Verzeichnisse, Anhänge
- Covergestaltung, Klappentext entwerfen, Veredlungen, Schnittverzierungen
- Hörbuch erstellen
- Verkaufspreis, Buchdienstleister, Werbetexte, Pressemitteilung
- Marketing vor, während und nach der Veröffentlichung
Professionell gestalten. Sicher veröffentlichen.
Mit diesem Leitfaden kann jetzt jeder selbst sein Manuskript als professionelles Buch veröffentlichen.
Perry Payne arbeitet seit 2018 als Buchdienstleister und war mehrere Jahre in einem Verlag tätig. Er kennt die Anforderungen von Autoren, Dienstleistern und Verlagen aus eigener Praxis.
Für Selfpublisher und angehende Autoren, die ihr Manuskript eigenständig in ein professionell gestaltetes Buch überführen möchten. Dazu zählen sowohl Einsteiger ohne Vorkenntnisse im Bereich Buchsatz und Covergestaltung als auch fortgeschrittene Autoren, die ihre Veröffentlichungsqualität gezielt verbessern wollen. Im Fokus stehen praxisorientierte Anwendungen, die technische Umsetzung, gestalterische Normen und eine marktfähige Präsentation ihres Buches – unabhängig davon, ob Sie Print, ein E-Book oder ein Hörbuch veröffentlichen wollen.
Taschenbuch
eBook
Das Buch zeichnet sich durch seinen konsequent praxisorientierten Ansatz aus und führt ohne Umwege durch alle entscheidenden Schritte zwischen fertigem Manuskript und veröffentlichungsreifem Buch. Es verbindet gestalterisches Grundlagenwissen mit konkreten Anleitungen, typischen Fehlerquellen und direkt umsetzbaren Lösungen, sodass Leser nicht nur verstehen, wie Cover, Titelei und Buchsatz funktionieren, sondern diese auch eigenständig professionell umsetzen können. Der Mehrwert liegt in der klaren Struktur, der technischen Tiefe und der unmittelbaren Anwendbarkeit, wodurch Autoren in die Lage versetzt werden, ihre Bücher qualitativ aufzuwerten und sicher marktfähig zu machen.
Softcover 978-3-384-86192-4 € 18,99
E-Book 978-3-384-86193-1 € 6,99
Maße Softcover: 14,8 x 21 cm
Buchseiten Softcover: 330
Gewicht: 477,1 g
Produktionszeit: ca 3 Werktage
Bestelloption: Tredition oder jeder andere Buch-Onlineshop oder im Buchladen um die Ecke.
1. Einleitung 9
2. Zwischen Manuskript und Buch 13
2.1 Die wesentlichen Aspekte als Übersicht: 13
2.2 Manuskript fertigstellen 20
2.3 Lektorat 21
2.3.1 Die Normseite 21
2.3.2 Die Aufgaben des Lektorats 24
Inhalt Buchseite
2.3.3 Pacing 28
2.3.4 Was das Lektorat nicht macht 29
2.3.5 Möglichkeiten für Selfpublisher 29
2.3.6 Der richtige Lektor 31
2.3.7 Anschreiben (Praxisbeispiel): 35
2.3.8 Zusammenarbeit mit dem Lektor 36
2.3.9 Umgang mit dem lektorierten Manuskript 37
2.4 Korrektorat 38
2.4.1 Inhalt Korrektorat 38
2.4.2 Kosten Korrektorat 39
2.5 Testleser 40
2.5.1 Aufgabenstellung oder freies Lesen? 40
2.5.2 Praxisbeispiel 41
2.5.3 Was Testleser nicht leisten können 42
2.5.4 Testleser-Feedback auswerten 43
2.5.5 Testleser finden 43
2.5.6 Bezahlen von Testlesern 46
2.5.7 Verträge für Testleser? 46
2.6 Letztdurchsicht 47
3. Der Buchtitel 49
3.1 Allgemeines 49
3.2 Buchtitel entwickeln 52
3.3 Markenrecht und Verwechslungsgefahr 55
3.3.1 Marken im Buchtitel 57
3.3.2 Namen realer Personen im Titel 59
3.3.3 Reale Städte und Orte für den Titel 59
3.3.4 Titel, Werkidentität und Verwechslungsgefahr 61
3.3.5 Haftungsrisiko und Praxisempfehlung 61
3.3.6 Verwechslungsgefahr als zentrales Kriterium 61
3.3.7 Rechtssicheren Titel entwickeln 65
4. Was noch zum Inhalt gehört 69
4.1 Prolog 69
4.2 Epilog 72
4.3 Danksagung 75
4.4 Widmung 83
4.5 Autorenvita 85
4.6 Sonstiger Buchinhalt 87
5. Buchgestaltung vorbereiten 91
5.1 Formate für Print-Bücher 91
5.2 Format für E-Books 91
5.3 Preis und Marktüberlegungen 93
6. Die Titelei 99
6.1 Der Schmutztitel (auch: Vortitel) 99
6.2 Das Titelblatt (Haupttitelblatt) 100
6.3 Impressum 101
6.3.1 Geschichte des Impressums 102
6.3.2 Angaben für ein vollständiges Impressum 103
6.3.3 Position des Impressums 105
6.3.4 Gestaltung und Satz (Impressum) 106
6.3.5 Impressumsdienst 108
6.3.6 Impressumsgeneratoren 109
6.3.7 Urheberrecht 109
6.4 Kapitelüberschriften 112
7. Buchsatz & Layout 117
7.1 Was ist Buchsatz? 117
7.2 Werkzeuge für den Buchsatz 118
7.3 Die Doppelseite 122
7.4 Schriftart / Font 123
7.4.1 Klassische Serifenschriften für Romane 125
7.4.2 Fonts für Kinderbücher 127
7.4.3 Geeignete Schriftarten für Sachbücher 130
7.4.4 Schriftgröße 131
7.5 Abstände, Ränder und Einzüge 132
7.5.1 Laufweite, Wortabstand und Trennung 132
7.5.2 Zeilenabstand und Ränder 135
7.5.3 Weißraum 139
7.5.4 Absätze und Einzüge 140
7.5.5 Der Seitenumbruch 145
7.6 Satzzeichen 146
7.6.1 Die feinen Unterschiede der Striche 146
7.6.2 Wörtliche Rede 147
7.6.3 Weitere Satzzeichen 149
7.6.4 Das Ausrufezeichen 152
7.7 Seitenzahlen 153
7.8 Bilder einbinden 155
7.9 Leerseiten, Initialen und Ornamente 156
7.9.1 Leerseiten 156
7.9.2 Initialen 157
7.9.3 Ornamente 158
7.10 Verzeichnisse und Anhänge 158
7.10.1 Inhaltsverzeichnis 159
7.10.2 Sachwortverzeichnis 161
7.10.3 Bilder, Tabellen und zusätzliche Materialien 162
7.10.4 Quellennachweise 163
7.11 Der Abschluss 166
7.12 Satzfahne 167
8. Covergestaltung 169
8.1 Coverbriefing (falls durch Grafiker erstellt) 169
8.2 Grundlagen der Covergestaltung 171
8.3 Dateiexport – Der richtige PDF-Standard 176
8.4 Gestaltung Vorderseite 177
8.4.1 Das Motiv 178
8.4.2 Schriften (Fonts) 180
8.5 Gestaltung Buchrücken 186
8.6 Gestaltung Rückseite 189
8.6.1 Bilder und Bildrechte 193
8.6.2 Klappentext – Der wichtigste Werbetext 195
8.7 Buchcover erstellt – was nun? 199
8.7.1 Veredelungen und Sonderausstattungen 200
8.7.2 Schnittverzierungen 207
8.8 Druckvorbereitung von Veredlungen 208
9. Letzte Qualitätskontrolle 211
10. Das Hörbuch 215
10.1 Marktbedeutung 215
10.2 Hörbuch erstellen – Die Möglichkeiten 216
10.3 Manuskript vorbereiten 218
10.4 Alle Schritte zum Hörbuch 219
10.5 Produzent finden 220
10.6 Verkaufspreis festlegen 221
10.7 Praxisbeispiel KI 223
10.8 Das Cover 225
11. Marketing 227
11.1 Genre, Zielgruppe und Schlagwörter 227
11.2 Werbetexte 237
11.3 Pressemitteilung 246
11.4 Buchmarketing 251
11.4.1 Autoren-Webseite 251
11.4.2 Wikipedia-Eintrag 265
11.4.3 Social Media Marketing 266
11.4.4 Blogtouren und Buch-Features 267
11.4.5 E-Mail-Marketing 269
11.4.6 Rezensionen und Bewertungen 274
11.4.7 Lesungen und Events 276
11.4.8 Werbeanzeigen 281
11.4.9 Amazon Ads 283
11.4.10 Bezahlte Werbung, die funktioniert 287
11.4.11 Buchpreisaktionen und Rabatte 291
11.4.12 Partnerschaften und Kooperationen 294
11.4.13 Weitere Werbemöglichkeiten 294
11.4.14 Bester Zeitpunkt der Veröffentlichung 296
11.5 Vor der Veröffentlichung 298
11.6 Während der Veröffentlichung 299
11.7 Marketing im Anschluss 299
12. Technisches & Organisatorisches 301
12.1 ISBN 301
12.2 VLB-Eintrag für Selfpublisher 303
12.3 Kosten 306
12.4 Pflichtexemplare vorbereiten 307
12.5 Bibliotheken 309
12.6 Gewerbe anmelden 310
12.7 Lohnt es sich finanziell, Autor zu sein? 312
13. Druck und Veröffentlichung 313
13.1 Wahl des Buchdienstleisters 313
13.2 Druckkostenzuschussverlage 317
14. Checkliste 321
15. Sachwortverzeichnis 323
16. Über den Autor 325
17. Weitere Bücher des Autors 326
Nein. PDF ist ein seitenfestes Dokumentenformat. Es eignet sich für layoutgebundene Inhalte und Druckdaten, aber nicht als reflowfähiges E-Book-Format wie EPUB.
Ja. Für geschäftsmäßig veröffentlichte Bücher besteht eine Impressumspflicht. Die Anforderungen ergeben sich aus landesrechtlichen Pressegesetzen sowie bei Online-Angeboten aus dem Digitale-Dienste-Gesetz (DDG).
Bei Online-Angeboten ja, da eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme vorgeschrieben ist. Bei gedruckten Büchern ist eine E-Mail-Adresse nicht zwingend vorgeschrieben, aber branchenüblich und empfehlenswert.
Nein. Das Urheberrecht entsteht automatisch mit der Schaffung des Werkes. Ein Copyright-Vermerk ist rechtlich nicht erforderlich, dient aber der Rechtekennzeichnung.
Nein, er ist nicht verpflichtend. Die Ablieferungspflicht besteht unabhängig vom Abdruck des Hinweises. Der Vermerk ist reine Verlagskonvention.
Nein. Formulierungen wie „nach bestem Wissen erstellt“ sind rechtlich nicht vorgeschrieben. Sie dienen lediglich der Risikominimierung in sensiblen Fachbereichen.
Nein. Steuerlich ist entscheidend, dass eine selbstständige Tätigkeit vorliegt. Ob unter bürgerlichem Namen, Pseudonym oder Verlagslabel veröffentlicht wird, ist unerheblich.
Titel und Autorenname werden in der Regel im gleichen Schriftbild wie auf der Vorderseite gesetzt; bei mehrzeiligen Titeln kann der Buchrücken aus Platzgründen einzeilig gestaltet werden, die Laufrichtung richtet sich nach der im jeweiligen Sprachraum üblichen Norm (in Deutschland: von unten nach oben).
Zur Titelei zählen alle formalen Vorderseiten vor dem eigentlichen Textbeginn: Schmutztitel, Haupttitelblatt, Impressum, ggf. Widmung und Inhaltsverzeichnis. Ihre Reihenfolge folgt der verlegerischen Konvention.
Nein. Er ist eine gestalterische Tradition aus dem klassischen Buchdruck und heute optional.
Es muss eindeutig auffindbar sein, üblicherweise auf der Rückseite des Titelblatts oder im vorderen Buchteil. Eine feste Seitenzahl ist gesetzlich nicht vorgeschrieben.
Im klassischen Satz beginnt ein neuer Absatz mit einem Einzug, jedoch ohne zusätzliche Leerzeile. Nach Überschriften oder Szenenwechseln entfällt der Einzug.
Nein. Leerzeilen sind typisch für Web- oder Sachtexte. Im literarischen Buchsatz wirken sie unprofessionell, sofern sie nicht bewusst als Stilmittel eingesetzt werden.
Im klassischen Buchsatz ja. Neue Kapitel beginnen traditionell auf einer ungeraden (rechten) Seite.
Ein Prolog ist sinnvoll, wenn er eine erzählerische Funktion erfüllt, etwa Kontext schafft oder Spannung erzeugt. Er sollte kein verzögerter Kapitelbeginn sein und darf die Geschichte nicht vorwegnehmen.
Ein Buchtitel ist in Deutschland als Werktitel nach § 5 MarkenG geschützt, sobald er im geschäftlichen Verkehr genutzt wird. Eine formale Registrierung ist nicht zwingend erforderlich, kann aber sinnvoll sein.
Ein Buchtitel darf grundsätzlich identisch mit einem bestehenden Titel sein. Entscheidend ist jedoch, ob eine Verwechslungsgefahr im Sinne des Werktitelschutzes besteht. Diese hängt vor allem von Werkart, Marktsegment, Bekanntheit des älteren Titels und dem Gesamteindruck der Titel ab. Der Schutz bezieht sich nicht nur auf identische Titel, sondern auch auf ähnliche Titel.
Der Rechteinhaber der Veröffentlichung, also bei Eigenverlag der Autor als Herausgeber. Die Nutzungsrechte müssen eindeutig geklärt und dokumentiert sein.
Nein. Eine Quellenangabe ersetzt keine Nutzungslizenz. Es bedarf einer ausdrücklichen Einräumung der erforderlichen Nutzungsrechte.
Rechtlich ist das zulässig, sofern keine Rechte Dritter verletzt werden. Plattformbedingungen und Transparenzanforderungen sollten jedoch geprüft werden.
Nein. Für den Vertrieb über den Buchhandel ist sie faktisch erforderlich. Für reine Direktverkäufe nicht zwingend.
Bei handelsüblichen Ausgaben ja. Titel und Autorenname gehören zur Standardkennzeichnung auf dem Buchrücken; bei sehr schmalen Rücken kann dies typografisch eingeschränkt sein oder auch wegfallen.
Es gibt keine Vorgaben, aber typografische Standards. Serifenschriften dominieren im Fließtext, da sie die Leseführung unterstützen; dekorative Schriften sind für längere Textpassagen ungeeignet.
3.2 Buchtitel entwickeln
Worauf muss ein Autor beim Buchtitel achten?
1. Zielgruppe & Genre berücksichtigen
Ein Krimi braucht einen anderen Ton als ein Liebesroman oder ein Sachbuch. So viel steht fest. Sehen Sie sich folgende Beispiele an:
• Krimi: Totenwinter; Schweig still, mein Kind; Im Wald der Wölfe
• Liebesroman: Nur ein Herzschlag entfernt; Sterne sieht man nur im Dunkeln
• Fantasy: Die Tochter der Mondpriesterin; Nebel über Elaria
• Sachbuch: Warum Zebras keine Migräne haben; Das Kind in dir
Ein guter Titel definiert das Genre oder deutet es zumindest an. Diese Einordnung ist entscheidend für die Zielgruppe.
2. Klang & Rhythmus
Ein Titel mit Rhythmus, Alliteration oder innerem Klang bleibt im Kopf.
• Eat Pray Love
• Der Geschmack von Apfelkernen
• Tage mit Leuchtkäfern
3. Assoziationen & Neugier
Ein starker Titel weckt Bilder, Gefühle oder Fragen:
• Darm mit Charme → provozierend & originell
• Die Mitternachtsbibliothek → mysteriös & poetisch
• Was man von hier aus sehen kann → rätselhaft, melancholisch
4. Serienfähigkeit (wenn relevant)
Wenn Sie eine Reihe planen, achten Sie auf einen wiedererkennbaren Aufbau:
• Die Farben des Blutes – Die rote Königin, Gläsernes Schwert, Goldener Käfig
• Tante Poldi – … und die sizilianischen Löwen, … und der schöne Antonio, … und die Früchte des Herrn
5. Zusätzliche Tipps
Untertitel nutzen: Ein Untertitel bietet Orientierung, bzw. er hebt sich von gleichlautenden existierenden Titeln ab.
• Still – Die Kraft der Introvertierten
• Die Welt der Magie – Band 1: Erwachen
Starten Sie einen Testlauf mit Außenstehenden: Fragen Sie Testleser oder eine Online-Community: Was impliziert der Titel? Wie klingt er? Ist er merkfähig?
6. Besonders prägnant – der Ein-Buchstaben-Titel
Spielen Sie mit dem Besonderen und heben Sie Ihr Buch ab. Wie wäre es zum Beispiel, wenn der Haupttitel nur aus einem einzigen Buchstaben besteht – entweder mit oder ohne Untertitel. Falls Sie jedoch kein Star und Bestsellerverkäufer sind, sollten Sie einen prägnanten Untertitel hinzufügen, der die Einordnung übernimmt.
Diese Ein-Buchstaben-Titel existieren zwar bereits für nahezu jeden einzelnen Buchstaben (A–Z) bei weltweit veröffentlichten Werken, aber dass ein Buchstabe deshalb „blockiert“ wäre, trifft nicht zu. Buchtitel sind grundsätzlich nicht urheberrechtlich geschützt, solange sie nicht als Marke eingetragen wurden.
Warum also nicht? Ein „Ein-Buchstaben-Titel“ ist extrem prägnant, visuell auffallend und optimal für minimalistische Cover geeignet. Damit Ihr Buch allerdings auch von Suchmaschinen gefunden werden kann, ist zwingen ein treffender Untertitel erforderlich.
„X – Der letzte Widerstand“
„M – Roman einer Mutter“
Schließlich bleibt ja noch der „Zwei-Buchstaben-Titel“ oder der „Drei-Buchstaben-Titel“, welche nicht weniger uninteressant sind.
3.3 Markenrecht und Verwechslungsgefahr
Der Untertitel als Alleinstellungsmerkmal
Ein Titel ist frei verwendbar, solange er nicht wortgleich existiert. Doch genügt bei Gleichklang oder kompletter Übereinstimmung ein Untertitel für die Unterscheidung? Hier gibt es rechtliche Fragen zu klären.
Ob ein Buchtitel rechtlich zulässig ist, hängt von mehreren Faktoren ab – insbesondere vom Markenrecht, von urheberrechtlichen Aspekten und von der sogenannten Verwechslungsgefahr.
Grundsätzlich gilt: Ein Buchtitel kann geschützt sein, auch wenn er nicht als Marke eingetragen wurde. Titel von Werken genießen in vielen Fällen einen sogenannten Werktitelschutz. Dieser entsteht durch tatsächliche Nutzung im Markt und schützt vor der Verwendung identischer oder zum Verwechseln ähnlicher Titel innerhalb desselben oder eines verwandten Themenbereichs.
Das Hinzufügen eines Untertitels kann helfen, einen Titel zu differenzieren, ist jedoch keine automatische rechtliche Absicherung. Entscheidend ist nicht, ob sich die Titel formal unterscheiden, sondern ob beim Publikum der Eindruck entsteht, es handele sich um dasselbe oder ein inhaltlich zusammenhängendes Werk.
Wenn der Haupttitel prägend ist und der Untertitel lediglich erläuternden Charakter hat, bleibt die Verwechslungsgefahr bestehen. Besonders kritisch ist dies, wenn:
• der Haupttitel identisch oder sehr ähnlich ist,
• beide Bücher im gleichen Genre oder Themenfeld erscheinen,
• Zielgruppe, Vertriebskanäle und Marktauftritt vergleichbar sind.
Ein Untertitel wird rechtlich oft als nachgeordnet betrachtet und kann einen Konflikt daher nicht automatisch entschärfen.
Markenrecht, Urheberrecht und Titelähnlichkeit
Neben dem Werktitelschutz spielt das Markenrecht eine wichtige Rolle. Ist ein Titel oder ein prägender Bestandteil davon als Marke eingetragen, kann die Nutzung durch Dritte untersagt werden, sofern eine markenrechtlich relevante Verwechslungsgefahr besteht – unabhängig davon, ob es sich um ein Buch, eine Buchreihe oder ergänzende Produkte handelt.
Das Urheberrecht greift bei einzelnen Buchtiteln nur eingeschränkt, da kurze Titel keine ausreichende Schöpfungshöhe erreichen. Der rechtliche Schutz ergibt sich daher meist aus dem Zusammenspiel von Werktitelschutz und Markenrecht.
Entscheidend ist stets die Wiedererkennbarkeit: Je höher die Unterscheidungskraft eines Werktitels ist, desto stärker fällt sein rechtlicher Schutz aus. Originelle, prägnante und im Markt etablierte Titel genießen daher einen deutlich größeren Schutzumfang als beschreibende oder allgemeingültige Bezeichnungen.
Einzelne Wörter und komplette Titel genießen nicht grundsätzlich einen Urheberrechtsschutz. So können Markenrecht, Namensrecht, Persönlichkeitsrecht und Wettbewerbsrecht einschlägig sein. Entscheidend ist nicht, ob ein Begriff bekannt ist, sondern in welchem rechtlichen Kontext er verwendet wird.
3.3.1 Marken im Buchtitel
Bezeichnungen wie „Coca-Cola“ sind als eingetragene Marken geschützt. Die Verwendung einer Marke im Buchtitel ist nicht automatisch verboten, kann aber eine Markenrechtsverletzung darstellen, wenn der Eindruck entsteht, es bestehe eine wirtschaftliche Verbindung, Zustimmung oder Mitwirkung des Markeninhabers. Relevant ist insbesondere § 14 MarkenG (Verwechslungsgefahr, Rufausbeutung, Rufschädigung).
Ein Titel wie „Ertrunken in Coca-Cola“ kann problematisch sein, weil:
• die Marke eindeutig erkennbar ist,
• der Titel negativ konnotiert ist (Rufschädigung),
• der Eindruck einer inhaltlichen oder werblichen Bezugnahme entstehen kann.
Zulässig kann die Nennung einer Marke sein, wenn sie rein beschreibend, notwendig für den Inhalt und nicht werbend erfolgt (z.B. sachliche Berichterstattung, Zeitgeschichte, Parodie, oder innerhalb der Story eines Romans: „Ich bestelle uns eine Coca-Cola“). Die Schwelle zur Unzulässigkeit ist jedoch niedrig, sobald der Titel aufmerksamkeitsökonomisch mit der Markenbekanntheit arbeitet.
Der Titel „Wie Coca-Cola erfunden wurde“ ist zum Beispiel markenrechtlich zulässig, weil:
• die Marke beschreibend verwendet wird,
• ein sachlicher Informationszweck vorliegt,
• keine Ausnutzung der Marke zu Werbezwecken erfolgt,
• kein Produktbezug hergestellt oder ein Ersatzprodukt beworben wird.
Rechtsgrundlage:
• § 23 MarkenG (Benutzung beschreibender Angaben)
• zulässige Nutzung zur Information, Berichterstattung, historischen Darstellung
• Ein Buch über die Entstehungsgeschichte darf die Marke nennen, wenn die Nennung inhaltlich notwendig ist.
Allerdings ist dieser Titel nicht ganz unproblematisch, weil er nicht den Eindruck erwecken darf, es handle sich um:
• eine offizielle Veröffentlichung,
• ein autorisiertes Werk,
• eine Publikation „von“ oder „im Auftrag von“ Coca-Cola.
Merke: Rechtlich relevant ist nicht das subjektive Bauchgefühl des Titels, sondern der objektive Eindruck eines durchschnittlich informierten Lesers (§ 5 UWG – Irreführung).
Sie sollten das zum Beispiel mit einem Untertitel klarstellen. „Wie Coca-Cola erfunden wurde – Die inoffizielle Recherche eines 80jährigen“.
In Kombination mit der Covergestaltung ändert sich die rechtliche Lage noch einmal. Verwenden Sie zu dem Titel folgende grafische Gestaltung, entfällt die Möglichkeit der Unbedenklichkeit:
• Original-Logo,
• markentypische Schrift,
• Rot-Weiß-Design mit ikonischen Formen,
• „Est. 1886“ o. Ä.
Weiter im Buch: Wie verhält es sich mit Namen real existierender Personen, Städt und Orte? Wie sieht es mit der Verwechlungsgefahr aus? Was ist rechtssicher?